Es war einmal…..

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der BvB Mörlenbach sollten im Rahmen des Deutschunterrichts ihre Kreativität erproben. Hierzu bekamen sie Schlüsselwörter vorgegeben und den Auftrag, ein Märchen zu verfassen. Anschließend wurde der Siegertext bestimmt:

Der Weg ist das Ziel – Ein Märchen aus dem Odenwald

Es waren einmal drei weise Ritter, die durch die Welt zogen, um sich ihr Brot auf der Walz zu verdienen. Der Älteste namens Herr Franz hatte immer ein Buch dabei, um auf dem Weg zu lesen und die Anwesenheit zu kontrollieren. Die Jüngste namens Frau Gebauer liebte es zu reden und zu singen, während sie auf ihrem störrischen Esel Fleicheslust ritt. Frau Troyke, die Mittlere, schaute immer in der Landschaft umher, denn sie war sehr neugierig und wollte immer alles wissen. Jeden Morgen fragte sie ihren großen Bruder mit lauter Stimme: „Hey, was geht?!“

Doch am Abend, wenn sie Rast machten, taten ihnen immer die Beine schrecklich weh. „Schwester, hast du etwas Brot für mich oder vielleicht eine Tütensuppe oder einen Warmmach-Burger?“ fragte der Älteste. „Nein leider nicht, mein gesundes Essen ist schon aufgebraucht,“ antwortete die Jüngste und schnitzte weiter an ihren Teppichklopfern. Sie wollte nämlich eigentlich gar keine Ritterin werden, sondern Schreinerin. Aber der Hunger war für sie nicht so schlimm wie ihre große Angst vor dem Drachen. Dieser hatte eine Höhle in der Nähe von Kassel. Sie konnte jeden Abend aus Furcht nicht vor 23.00 Uhr einschlafen – vielleicht aber auch, weil sie viel zu viel am Smartphone spielte.

Eines Tages auf ihrem Weg durch den Odenwald hat die Schwester, die immer so furchtbar neugierig war, einen Hunde- und Katzenfänger mit einer dänischen Dogge und schwedischen Katze von weiter Ferne auf einem Sportplatz erblickt. Ganz aufgeregt sagte sie zu ihrer Schwester und ihrem Bruder: „Kommt, wir retten diese dänische Dogge und natürlich auch die Katze, bevor diese überfahren werden. Der Hunde- und Katzenfänger aber war ein erfolgreicher Einzelhandelskaufmann und hinterlistiger Geschäftsmann. Er hatte schon manchen Reisenden um seinen Ferrari gebracht. Doch das wussten die Ritter natürlich nicht. Deshalb gingen sie munter, wie sie waren, auf das Fußballfeld zu. „Hey, wie kann ich ihnen helfen?“ fragte der Hunde- und Katzenfänger. Frau Troyke strahlte und rief „Wir wollen die Tiere!“. „Also, 30 Schillinge für die beiden! Das ist mehr als billig, oder?“, antwortete der Geschäftsmann hinterlistig. „Das ist sehr nett von ihnen! Bilden sie auch aus? Ich könnte ihnen auch ein versichertes Praktikum anbieten,“ sagte die Jüngste. Als sie mit ihren neu erworbenen Haustieren in Richtung Tierheim liefen, hielt sie eine kleine motivierte Tierpflegerin an und fragte: „Könnt ihr mir vielleicht den Hund verkaufen? Ich gebe euch 1000 Schillinge dafür!“ „Was? 1000 Schillinge? Aber, aber das ist über das 30-fache,“ sagte die jüngste Schwester. Und so geschah es. Frau Troyke verabschiedete sich liebevoll von der Dogge und sagte: „Tschüss, kleine Prinzessin.“

Ein Jahr später hatten die drei Geschwister sich von dem vielen Geld ein eigenes Haus gekauft. Der Älteste der Ritter war der König – „alias Baba“ – des Hauses. Frau Troyke und Frau Gebauer hatten in dieser Zeit zwei weitere, junge, tapfere Ritter kennengelernt. Sie hießen Herr B. und Herr B. Der Erste war ein ausgebildeter Experte in Sachen Schraubstockkampf und Kabelweitwurf. Der Andere konnte sich in jedem Land verständigen, da er sehr viele Sprachen sprach, die er innerhalb von nur drei Tagen erlernte. Beide arbeiteten als Ausbilder und Dozent in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme für Omas.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lernen sie ein Leben lang.

Kevin H. (BvB-Teilnehmer)

5 thoughts on “Es war einmal…..

  1. Dieses Märchen ist einfach nur der “….”. Diesen jungen Mann kann man für sein Talent nur beglückwünschen. Mir fehlen die Worte, um alles auszudrücken, was in mir vorgeht (nur positives).

  2. Dazu kann man eigentlich nur sagen: Unterschätzt nie die versteckten Stärken eines TN aus einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme! Klasse gemacht!;-)

  3. Dazu kann man eigentlich nur sagen: Unterschätzt nie die versteckten Stärken eines TN aus einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme! Klasse gemacht!;-)

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